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Herzschmerzen: Es muss
nicht immer gleich ein Infarkt sein

Leider kennen viele von uns dieses Gefühl: Ein Stich ins Herz, der durch Mark und Bein geht und sich im ganzen Körper breit macht. Hinter solchen Schmerzen können viele Ursachen stecken, zum Beispiel die Wirbelsäule, die Rippen oder auch eine Gürtelrose. Obwohl es nicht immer gleich ein Infarkt sein muss, warnt Prim. Dr. Josef Friedrich Hofer, Ärztlicher Leiter des LKH Freistadt und der Abteilung für Innere Medizin davor, diese Schmerzen zu ignorieren.

„In den meisten Fällen sprechen die PatientInnen von belastungsabhängigen Schmerzen in der linken Brust. Der Großteil der Herzbeschwerden tritt infolge einer mangelnden Blutversorgung des Herzmuskels auf, die auf einer Engstellung der Herzkranzarterie basiert“, so Prim. Hofer.

Von „echten“ Herzbeschwerden spricht man, wenn die Schmerzen bei körperlicher Anstrengung stärker werden und sich auf die linke obere Körperhälfte, das heißt die linke Brustseite, Schulter- und Halsseite und den linken Oberarm konzentrieren. Mitunter kommen aber auch ganz andere Symptome wie Schmerzen in der Zahnregion oder Halsschmerzen vor. Durch die Vielseitigkeit dieser Beschwerdemuster wird oftmals statt Hausarzt und Internist zuerst der HNO- oder Zahnarzt aufgesucht.

In jedem Fall sollte nach dem Auftreten von Herzschmerzen ein Spezialist konsultiert werden. Denn obwohl der Grund für die Beschwerden auch in einer Muskelverspannung liegen kann, muss die Möglichkeit eines Herzinfarktes ausgeschlossen werden.
In zwei Fällen besteht akute Gefahr: Wenn starke Schmerzen in der Herzgegend in Ruhe auftreten und durch kein schmerzstillendes Medikament beeinflusst werden können und belastungsabhängige Herzschmerzen durch Ruhe nicht mehr verschwinden. Hier ist ein hoher Verdacht auf eine akute Durchblutungsstörung des Herzmuskels gegeben. Dann ist es ratsam, sofort ein Spital aufzusuchen, denn jede Minute, die man früher mit der Therapie beginnt, ist wichtig und bringt einen Gewinn an Herzmuskelsubstanz.

„Je früher PatientInnen mit einem Herzinfarkt in das Krankenhaus kommen, desto eher kann man das Blutgerinnsel durch ein Medikament auflösen und dadurch wird auch weniger Herzmuskulatur beschädigt“, erklärt Dr. Hofer. Falls noch kein Herzinfarkt eingetreten ist, kann man noch rechtzeitig eine kritische Verengung eines Herzkranzgefäßes durch die Katheteruntersuchung nachweisen und mit Hilfe eines Ballons eine Gefäßdehnung durchführen.