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Effektive Hilfe bei Schulterbeschwerden

Schmerzen in der Schulter sind gerade im Winter oftmals die Folge von Ski- bzw. Snowboardunfällen. Jene Kollisionen stellen jedoch lediglich eine mögliche Ursache für etwaige Schulterbeschwerden dar. Um die vielfältigen Symptome dementsprechend effektiv zu behandeln, muss eine differenzierte Betrachtung und genaue Diagnosestellung erfolgen.

„Für Schulterschmerzen gibt es eine Reihe von Ursachen, die nicht unbedingt vom Gelenk selbst ausgehen müssen. Mit anderen Worten können diese zum Beispiel durch Beschwerden der Halswirbelsäule (= Bandscheiben, Arthrosen, Verspannungen etc.), bei Herz-Kreislauf-Problemen, durch Tumore,  rheumatische Erkrankungen oder  Gicht u. s. w. hervorgerufen werden“, erklärt Dr. Manfred Helmreich, leitender Oberarzt am Landes-Krankenhaus Freistadt, der sich wie sein Kollege Dr. Breitwieser  auf die effektive Behandlung von Schulterbeschwerden spezialisiert hat. „Durch eine exakte Aufzeichnung der Vorgeschichte, einer klinischen Untersuchung sowie einer  Abklärung via Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT werden die genannten Schäden erkannt und das eigentliche Schulterproblem tritt in den Mittelpunkt.“

Grundsätzlich können Schulterprobleme abnutzungsbedingter Natur sein, oder durch Unfälle ausgelöst werden. Handelt es sich um Folgeschmerzen auf Grund von Sportverletzungen, nach stattgehabter Schulterverrenkung liegt zumeist eine Teilablösung der vorderen Kapsel mit dem dort eingefügten meniskusähnlichen Knorpelring oder ein knöcherner Defekt vor, wodurch Schmerzen entstehen und sogar ein Auskegeln der Schulter möglich ist. Nach einer Schultereinrichtung bleibt nach Angaben internationaler Statistiken in 90 % der  Fälle eine Instabilität zurück.
 
„Wir empfehlen bei jüngeren Personen eine arthroskopische Stabilisierung (= operative Therapie) mit anschließender physiotherapeutischer Nachbehandlung. Beim älteren Menschen stehen eher physikalische Maßnahmen wie Muskelkräftigung und Koordinationstraining (= konservative Therapie) im Vordergrund“, betont OA Dr. Manfred Helmreich.

Ein weiterer denkbarer Auslöser für Schulterbeschwerden ist ein Riss der Rotatorenmanschette. Bei der Rotatorenmanschette handelt es sich um eine Sehnenkappe, die aus vier Muskeln gebildet wird und den Oberarmkopf bedeckt. Das Reißen der Sehne kann Folge eines Unfalls oder  einer chronischen Schädigung – etwa durch Überbeanspruchung bei ständigem Überkopfarbeiten oder ähnlichem verursacht werden, und zu Schmerzen führen. Typisch ist hier ein Lebensalter über 50 .

Handelt es sich um eine Einklemmung der beschriebenen Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach, kommt es im Laufe der Zeit zu Entzündungen, Kalkeinlagerungen in der Schulter oder knöchernen Wülsten am Schulterdach. „Bei der Therapie ist hierbei in jedem Fall das Alter der Betroffenen bzw. der körperliche Zustand zu berücksichtigen“, betont OA Dr. Manfred Helmreich und gibt Einblick in die therapeutischen Möglichkeiten: „Grundsätzlich wird durch eine gezielte physikalische Therapie eine gewisse Schmerzfreiheit erreicht. Liegen ausschließlich Kalkdepots vor, die primär nachts heftige Schmerzen hervorrufen, ist die Injektion von Cortison äußerst hilfreich und ein völliges Verschwinden der Kalkdepots möglich. Einengungen des Raums unter dem Schulterdach sollten aber in jedem Fall operativ und mit anschließender Therapie beseitigt werden.“

Die Arthrose der Schulter (= Verschleißerkrankung, krankhafte Gelenksabnutzung des Schultergelenkes) kann einen weiteren Grund für Beschwerden darstellen. In sehr schweren Fällen der Verschleißerkrankung bringt die Versorgung mit einem Kunstgelenk entsprechende Besserung“, so der Schulterexperte vom Freistädter Spital abschließend.

OA Dr. Helmreich mit Patientin