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LKH Freistadt nimmt die Schulter nicht auf die leichte Schulter

Prof. Lorenz Böhler – der Begründer der modernen Unfallchirurgie – hat einmal gesagt: „Oberarmfrakturen im Schulterbereich operieren wir erst dann, wenn die Teile des Bruches sich nicht in einem Zimmer befinden.“ Lange wurden Schulterverletzungen sozusagen „stiefmütterlich“ behandelt und die Therapie war in erster Linie konservativ (Ruhigstellung, Schmerztherapie, Infiltration). Ständige Schmerzen und die Beeinträchtigung der Funktionen waren nicht selten die Folge. Im LKH Freistadt nimmt man die Schulter nicht mehr auf die leichte Schulter und behandelt seit rund einem Jahr Schulterverletzungen sehr erfolgreich operativ.

„Die Kombination von moderner Diagnostik und der Möglichkeit von arthroskopischen Eingriffen erlaubt uns heute die Ursachen für chronische Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen zu eruieren und in der Folge diese sehr erfolgreich zu behandeln“, erklärt Dr. Milan Hyza, Unfallchirurg im Landeskrankenhaus Freistadt.

Zumeist zwei Ursachen für Schulterprobleme

In der Regel gibt es zwei Ursachen für Schulterprobleme: einerseits durch Verletzungen, hier sind Verrenkungen, Bänderrisse, Sehnenrisse die häufigsten Fälle, andererseits durch Abnützung. Vor allem Menschen, die immer schwere körperliche Arbeit leisten (meistens Über-Kopf-Arbeit), klagen sehr oft auch über Schulterschmerzen und Probleme in der Bewegungsfähigkeit. In beiden Fällen wurde lange nicht die Ursache der Schmerzen, sondern nur die Beschwerden behandelt. Unzählige Infiltrationen, begleitende, monatelang dauernde physikalische Therapien haben eine Schmerzlinderung bewirkt, aber in keinem Fall die Ursache behoben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Patienten wieder die Ambulanz aufsuchten, um eine adäquate Therapie zu verlangen.

Neue Diagnostik

Neue diagnostische Methoden ermöglichen jetzt eine klare Bestimmung, wodurch diese Schmerzen hervorgerufen werden. Mit Hilfe eines arthroskopischen Eingriffes – dabei wird nur ein kleiner Schnitt gemacht und mittels einer Sonde die Operation durchgeführt – können diese Ursachen inzwischen sehr erfolgreich behoben und der Abnützungsprozess gestoppt werden. „Mit früheren Operationstechniken war es auch bei jungen Menschen oft so, dass Schulterverletzungen vier bis sechs Wochen ruhig gestellt wurden und die anschließende Rehabilitation ein halbes Jahr dauerte. Mit den modernen Operationsmethoden sind unsere Patienten innerhalb kurzer Zeit schmerzfrei und können nach acht Wochen wieder arbeiten“, so Dr. Peter Wegerer, Unfallchirurg in Freistadt.

Enge Kooperation mit Uniklinik München und Unfallklinik Salzburg

Insgesamt werden in Freistadt im Schnitt 100 Schulteroperationen pro Jahr durchgeführt. Die Ausbildung der Schulterspezialisten in Freistadt erfolgte in enger Kooperation mit Prof. Imhoff von der Universitätsklinik München sowie Prof. Resch von der Unfallklinik in Salzburg. Freistadt konnte sich so innerhalb kurzer Zeit einen sehr guten Ruf als oberösterreichisches Schulterzentrum aufbauen.