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Rheumaambulanz am LKH Freistadt installiert

Freistadt. Im Landes-Krankenhaus Freistadt wurde vor kurzem eine Rheumaambulanz installiert. Patienten mit rheumatischen Erkrankungen müssen nun nicht mehr den langen Weg nach Linz antreten, sondern können ihre Behandlungen direkt im Krankenhaus durchführen lassen. Das umfangreiche Leistungsspektrum der neu errichteten Ambulanz reicht von der klinischen Untersuchung, über Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen, Herzecho, Laboruntersuchungen, Gelenksinjektionen, bis zu medikamentöser Therapie sowie Physio- und Ergotherapie.

Rheumatische Erkrankungen umfassen ein Spektrum verschiedenster nicht verletzungsbedingter Erkrankungen der Gelenke sowie des Binde- und Stützapparates. Dazu zählen die häufig – vorwiegend bei älteren Menschen – auftretenden degenerativen  Gelenkserkrankungen, so genannte Arthrosen, die durch Abnützung und Fehlbelastungen hervorgerufen werden. Die selteneren Gelenksentzündungen (= Arthritiden) hingegen können auch in jungen Jahren auftreten und werden vor allem durch genetische Faktoren begünstigt. „Die Ursache für die Entstehung ist bislang noch nicht vollständig geklärt, meist handelt es sich um eine abnorme Immunreaktion des Körpers“, erklärt OÄ Dr. Gertraud Lang, von der Abteilung für Innere Medizin am LKH Freistadt. Gelenksentzündungen können aber auch im Rahmen verschiedenster anderer Erkrankungen wie z. B. Schuppenflechte, chronischer Darmentzündungen oder als Folge von Infektionen (z. B. mit Borrelien nach Zeckenstich) entstehen.

Ebenfalls zur Gruppe der rheumatischen Erkrankungen zählen Entzündungen der Gefäße, der Muskulatur und des Bindegewebes (= Kollagenosen). Bei diesen äußerst selten auftretenden Kollagenosen handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, die in unterschiedlichem Ausmaß auch die inneren Organe betreffen können. Aufgrund der vielfältigen Erscheinungsformen und Überlappungen spielen spezielle Blutuntersuchungen  bei der Diagnosestellung eine zentrale Rolle.

Typische Symptome rheumatischer Entzündungen,  die meist chronisch und oft  schubweise verlaufen, sind Schwellungen, Schmerzen sowie Morgensteifigkeit einzelner oder mehrere Gelenke, der Wirbelsäule, Sehnen und Muskelansätze. In bestimmten Fällen können auch innere Organe oder die Augen betroffen sein.

Rheumatische Erkrankungen sind zwar in vielen Fällen nicht heilbar, dennoch sollte ehest möglich mit einer Therapie begonnen werden, um einerseits „Schübe“ zu reduzieren und andererseits den Krankheitsverlauf einzuschränken. Denn nur durch einen rechtzeitigen Behandlungsbeginn können schwere Spätfolgen  verhindert werden. „Als typisches Beispiel dafür ist die chronische Polyarthritis, die vorwiegend Hand- und Fingergelenke befällt, zu nennen. Sie führt unbehandelt im Laufe der Zeit zu schweren Verformungen und Versteifungen, bis hin zur Invalidität“, warnt OÄ Lang.

Die medikamentöse Therapie, wie sie auch im Landes-Krankenhaus Freistadt angeboten wird, umfasst einerseits so genannte Antirheumatika, die schmerzlindernd, abschwellend und antientzündlich wirken sowie andererseits Basistherapeutika, die direkt in das gestörte Immunsystem eingreifen. Sie entfalten ihre volle Wirkung jedoch meist erst nach Wochen und Monaten. In Akutstadien der Krankheit setzen die Mediziner auch Kortison ein, um eine Linderung zu erzielen. Eine ebenfalls sehr bedeutende Rolle bei der Therapie des Rheumatismus kommt der Heilgymnastik sowie der Ergo- und Physiotherapie zu. Ziel der Behandlungen ist es, die Durchblutung zu fördern, muskuläre Verspannungen zu lockern sowie die Beweglichkeit und Koordination zu erhalten. Bei besonders schweren Fällen und in fortgeschrittenen Stadien, in denen bereits Deformierungen (= Verformungen) der Gelenke bestehen, sind neben den gängigen Therapieangeboten auch operative Eingriffe notwendig.